Forschung: Transversusspannung nach Pilates vs. Gerätetraining

Im Rahmen der POLESTAR Forschungs-Projekte 2011 entstand die Studie 
von K. Auer / E. Reineck: Vergleichende Studie Transversusspannung nach Pilates vs. Gerätetraining - Auswirkung auf Schmerzlinderung.


AUSZÜGE AUS DER STUDIE:

Inhaltsverzeichnis (gekürzt)
Abstract
1. Einleitung
1.1 Motivation und Evidenzlage
1.2 Grundlagen Pilates
1.3 Grundlagen Gerätetraining
1.4 Anatomische Strukturen der relevanten Bauch- und Rückenmuskulatur
2. Methodik
2.1 Zeitplan
2.2 Ein- und Ausschlusskriterien
2.3 Literatursuche
2.4 Numerische Ratingskala zur Schmerzanamnese
2.5 Funktionsfragebogen Hannover zur alltagsnahen Diagnostik der Funktionsbeeinträchtigung durch Rückenschmerzen [FFB-H-R]
2.6 Pressure Biofeedback Unit (Stabilizer)
2.7 Test in Bauchlage für den Musculus transversus abdominis und den Musculus obliquus internus
2.8 Probandenrekrutierung  
2.9 Ablauf der Messprozedere
2.10 Exemplarisches Kursprogramm der Pilatesprobanden  
Allegro-Programm
2.11 Übungsauswahl der Gerätetrainingsprobanden
2.12 Studiendesign
2.13 Statistische Auswertung
3. Ergebnisse
3.1 Flow-Charts
3.2 Vergleichbarkeit der Gruppen
3.3 Outcome – Daten
4. Diskussion

ABSTRACT
Einleitung:

Es wurde eine kontrollierte Studie durchgeführt, bei der das Pilates-Training mit dem Gerätetraining verglichen wurde. Dabei wurde die Fähigkeit zur Ansteuerung der lokalen Bauchmuskeln gemessen und untersucht, ob es einen Zusammenhang mit der Linderung von lumbalen unspezifischen Rückenschmerzen gibt. Der Studie lag die Hypothese zu Grunde, dass die Pilates-Methode durch das Bewusstmachen des „Körperkernmuskulatur“ bessere Ergebnisse im Hinblick auf die Ansteuerung des lokalen Systems, als die Gerätetrainingsmethode, erzielen würden. Diesen Grundgedanken weiter ausgeführt, könnte die bessere Ansteuerung chronische Rückenschmerzen positiv beeinflussen.  

Methodik:
Für die Datenerhebung wurden verschiedene Messinstrumente genutzt. Zum einen die numerische Ratingskala, zur Ermittlung des Schmerzgrades und einen Funktionsfragebogen, um die Einschränkungen bezüglich der Funktionsfähigkeit im Alltag durch Rückenschmerzen zu erfassen. Zum anderen die Messung der isolierten Kontraktionsfähigkeit des Musculus transversus abdominis und des Musculus obliquus internus, mittels Pressure Biofeedback Unit. Insgesamt wurden zwei Messungen im Abstand von zehn Trainingseinheiten durchgeführt, um die Veränderung zwischen den Gruppen deutlich zu machen (E. Reineck).  

Ergebnisse:
Die Gerätetrainingsprobanden erfuhren im Durchschnitt eine geringfügig höhere Schmerzlinderung, als die Pilatesprobanden. Die Funktionsfähigkeit der Gerätetrainingsgruppe hatte sich, gegenüber der Pilatesgruppe, deutlich gesteigert. Der errechnete p-Wert von 0,01 für die Fragebogen-Messungen erzielte im Vergleich zu den anderen beiden Messinstrumenten den einzig statistisch signifikanten Wert. Bei der Messung der isolierten Ansteuerung der lokalen Bauchmuskeln, hatten die Pilatestrainierenden bessere Ergebnisse, als die Probanden der Gerätetrainingsgruppe, erzielt.

Diskussion:
Die erhobenen Daten unterstützten die oben genannte Hypothese, dass die Pilatesprobanden, nach zehn Trainingseinheiten, eine gezieltere Kontraktion der oben genannten Muskeln ausführen können. Allerdings wurde vermutet, dass dies keinen Einfluss auf die Schmerzsituation hatte. Die verbesserte Funktionsfähigkeit der Gerätetrainingsgruppe hatte ebenfalls keinen großen Einfluss auf die Schmerzsituation, allerdings schienen die Probanden aufgrund des positiven Verlaufs das Bewusstsein entwickelt zu haben, dass das Trainieren an Geräten die Schmerzen nicht verstärkt.

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